Wir befinden uns noch im ersten Akt des neuen Investitionszyklus rund um künstliche Intelligenz

Fernando de Frutos, CIO der Mora Capital Group, analysiert für Funds Society die Fundamentaldaten, Risiken und Chancen des mit künstlicher Intelligenz verbundenen Investitionszyklus und erläutert, warum er nicht von einer allgemeinen Blase spricht, sondern vielmehr von einer möglichen „Anti-Blase“ im Technologiesektor.

In einem Interview mit Funds Society beleuchtet Fernando de Frutos die aktuelle Phase des Investitionszyklus rund um künstliche Intelligenz, die von den Investmentteams des Unternehmens beobachteten Indikatoren sowie die technologischen, geopolitischen und makroökonomischen Risiken, die das Basisszenario verändern könnten.

Ein Zyklus in seiner ersten Phase

De Frutos weist darauf hin, dass sich die Investitionen weiterhin auf Modelle, Chips, Rechenzentren und Energie konzentrieren, während die Phase der breiteren Einführung und Monetarisierung – der „zweite Akt“ – allmählich sichtbar wird, sich bislang jedoch noch nicht eindeutig in den Unternehmensergebnissen widerspiegelt.

Als entscheidenden Wendepunkt, den es zu beobachten gilt, sieht er das Aufkommen einer Artificial General Intelligence (AGI) und insbesondere die Fähigkeit von Modellen, sich rekursiv weiterzuentwickeln. Daneben nennt er Faktoren wie Cybersicherheit und die Ausrichtung der Systeme auf menschliche Ziele und Vorgaben.

Fundamentaldaten unterscheiden sich entlang der Wertschöpfungskette

Für den CIO der Mora Capital Group sollte künstliche Intelligenz nicht als ein einzelner Sektor betrachtet werden, sondern als eine Wertschöpfungskette mit unterschiedlichen Fundamentaldaten auf den einzelnen Stufen: Bei Modellen und Plattformen stehen Fähigkeiten und Monetarisierung im Mittelpunkt; bei Halbleitern und Infrastruktur hingegen die vertraglich gesicherte Kapazität und die Preissetzungsmacht.

In allen Bereichen beobachtet das Investmentteam zudem die Kundenkonzentration sowie die Rendite auf das investierte Kapital.

 

Blase oder Revolution?

De Frutos differenziert die Diskussion über eine mögliche Blase: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward-KGV) des Nasdaq-100 liegt nahe seinem Fünfjahresdurchschnitt, da die Gewinne in einem ähnlichen Tempo wie die Aktienkurse gestiegen sind.

Daher spricht er eher von einer „Anti-Blase“ als von einem allgemeinen spekulativen Phänomen. Gleichzeitig räumt er Risiken ein, falls der Markt ein noch unsicheres Potenzial zu früh in den Bewertungen vorwegnimmt.

Wie Portfolios strukturiert werden

Bei der Portfoliozusammenstellung setzt die Mora Capital Group nach den Worten von De Frutos auf Aktien, um am Wachstum des Sektors teilzuhaben. Anleihen dienen dabei als Puffer, während Private Equity den Zugang zu nicht börsennotierten Unternehmen ermöglicht.

Zugleich warnt er davor, dass eine übermäßige Diversifizierung zulasten der Marktführer keine neutrale Entscheidung darstellt, sondern eine implizite Wette darauf, wo künftig die beste risikoadjustierte Rendite zu erzielen sein wird.

Makroökonomisches Szenario und geopolitische Risiken

Die Analyse schließt mit dem zentralen makroökonomischen Szenario des Unternehmens: einer erneuten Beschleunigung des Konjunkturzyklus, wobei die Produktivität als Hebel dienen soll, um den Kostendruck aufzufangen.

De Frutos erläutert außerdem, wie die Mora Capital Group geopolitische Risiken in ihre Anlageanalyse integriert, ohne dass deren bloße Existenz eine dauerhaft defensive Positionierung rechtfertigt.

Über den Autor

Fernando de Frutos ist Chief Investment Officer der Mora Capital Group, wo er die Anlagepolitik des Unternehmens sowie die ganzheitliche Steuerung des Investmentprozesses verantwortet.

Er verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung im Wealth- und Asset-Management. Zuvor hatte er Führungspositionen bei Monitor Deloitte, ABN AMRO Private Banking, Clariden Bank (Credit Suisse Group) und BBVA Private Bank inne.

Er promovierte in Internationalen Beziehungen und Politischer Ökonomie an der Universität St. Gallen und ist CFA-Charterholder.

Wir laden Sie ein, das vollständige Interview bei Funds Society zu lesen 👇

https://www.fundssociety.com/es/noticias/mercados/bor26-fernando-de-frutos-mora-capital-seguimos-en-el-primer-acto-del-nuevo-ciclo-de-inversion-de-la-ia/

 

 

Rechtlicher Hinweis

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten entsprechen ausschließlich der persönlichen Meinung von Fernando de Frutos und spiegeln nicht notwendigerweise die Unternehmensposition der Mora Capital Group oder einer ihrer Gesellschaften wider. Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine Anlageberatung noch ein Angebot oder eine individuelle Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments dar. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Anlegern wird empfohlen, vor einer Anlageentscheidung ihren Finanzberater zu konsultieren.